PRESSEMITTEILUNG vom 16. August 2026
Andreas Schwarz: „Verlässliche, günstige und klimaneutrale Energie ist längst ein handfester Standortvorteil und die beste Wirtschaftspolitik in Zeiten von gestörter Infrastruktur und Kriegen.“
Aktuelle Zahlen zeigen: Windkraft- und Solarenergieausbau auf der Überholspur – Lauf durch geplante EEG-Novelle erschwert
Stuttgart. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg schreitet deutlich voran: Während 2025 insgesamt 40 Windräder ans Netz gingen, sind dieses Jahr allein bis Juli 33 Windkraftanlagen neu geschaltet. Baden-Württemberg steuert mit der bisher genehmigten Leistung von 480 Megawatt (MW) damit auf einen Allzeitrekord und dürfte die Ende 2025 erreichten 660 MW übertreffen. Diese Zwischenbilanz geht aus einem Antwortschreiben des zuständigen Umweltministeriums hervor.
„Waldbrände, Wasserknappheit, Stromrationierungen: Europa durchlebt spürbare Folgen des menschengemachten Klimawandels. Was wir jetzt brauchen ist Klimaschutz und keine fossilen Phantasien. Gleichzeitig profitieren Klima und Wirtschaft gleichermaßen: Verlässliche, günstige und klimaneutrale Energie ist längst ein handfester Standortvorteil und die beste Wirtschaftspolitik in Zeiten von gestörter Infrastruktur und Kriegen“, sagt Fraktionschef Andreas Schwarz.
Laut Umweltministerium sind Ende Juni 2026 insgesamt 1771 Windräder mit einer kumulierten Leistung von 11005 Megawatt (MW) in verschiedenen Projektphasen geplant. Von den 1771 Anlagen sind 234 mit zusammen 1490 MW bereits genehmigt, aber noch nicht in Betrieb.
Schwarz: „Die Zahlen zeigen nicht nur, dass wir den Trend zum Ausbau der Windenergie aufrechthalten. Dank der laufenden Projekte und der bereits 850 in Betrieb befindlichen Anlagen kommen wir dem Ziel näher, die ‚Netto-Treibhausgasneutralität 2040‘ zu erreichen.“
Nach Angaben des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg werden bis zur Netto-Treibhausgasneutralität bis 2030 rund 1400 neue Windräder benötigt.
„Dieser Trend hält allerdings nur, solange Planungssicherheit gegeben ist. Wir sehen aber, dass die Bundesregierung derzeit beim Ausbau der Windkraft vor allem im Süden Sand ins Getriebe schüttet“, sagt Schwarz.
Durch eine Novelle des Erneuerbaren Energien-Gesetzes drohen die Ausgleichszahlungen für Windkraft-Betreiber im Rahmen des Netzanschlusspakets wegzufallen. „Das würde dem Ausbau der Windkraft spürbar den Wind aus den Segeln nehmen. Diese Unsicherheiten können wir uns nicht leisten, wenn wir Unabhängigkeit wollen“, so Schwarz. „Der Bund muss sorgen, dass es mehr Ausbau im Süden gibt. Dafür gibt’s den Vorschlag der Süd-Quote oder die Notwendigkeit, den Netzausbau schneller voranzutreiben. Wenn der Süden gewinnt, profitiert die ganze deutsche Wirtschaft davon.“
Auch der Photovoltaik-Ausbau reißt nicht ab: Bis Mitte Juli 2026 sind bereits circa 851 Megawattpeak (MWp) neu installiert worden. Davon 600 MWp auf Gebäuden und 251 MWp auf Freiflächen.
Auch hier bemerkt Schwarz: „Abschreckung und wenig Anreize sind hinderlich für den PV-Ausbau. Wir müssen weiterhin die Dachfläche hochhalten, dafür brauchts klare Aussagen und angemessene Vergütung aus Berlin. Jede Anlage, die aufm Dach ist, spart Fläche. Das ist ein wichtiger Beitrag zum Umgang mit Fläche, die ja so kostbar ist.“
Weitere Informationen und aktuelle Zahlen sind abrufbar im Dashboard Windenergie sowie im Photovoltaik-Dashboard Baden-Württemberg:
Windenergie-Dashboard
Photovoltaik-Dashboard